Herr Trödler: Fragense mir nich! Ick bin jrade anderkower untawegs und mag es überhaupt nich, wenn man mir dabei stört.
Trödlerkram: Undercover? Tragen Sie deswegen dieses…hm… sagen wir mal originelle Mützchen?
Herr Trödler: Wat heesst da orijinellet Mützchen?! Det kaschiert die Beule, die ick mir jeholt hab, als ick hier da im Trödlerkram n’paar Weiber anmachte. Kommense mir bloss nich mit die Weiber! Alles Schlampen! Alles Schiitolotschinnen! Hab mir aber jerächt. Bin nämlich nu anderkower untawegs im Jästebuch hier.
Trödlerkram: Das kann nicht sein, Herr Trödler. Das Gästebuch existiert doch seit Wochen nicht mehr.
Herr Trödler: Tja, da brauchense aber wat Schlaueres, um mir zu bremsen. Ick kopier doch immer allet aus die Foren. Hab schon vier externe Harddiscs mit je fünf Giga voll mit Beweismittel jejen alle und allet. Wenn mal wem sein Forum abkackt, nur melden bei dem Onkel Trödler. Ick schick dann den Bäckup oder wie dat heesst.
Trödlerkram: Sie schweifen ab. Wie ist das nun mit unserem Gästebuch?
Herr Trödler: Ja, also, da hab ick von Anfang an den Link gespeichert. Da könnense nu runternehmen, wat Se wollen, ick schreib da für mir weiter. Hamse wohl ne Macke im Projramm hier. Bin ja en kleweret Bürschchen, wa? Da kann icke nu die Sau rauslassen, dass es mir die Banane schält. …’schuldigung.
Trödlerkram: Das ist aber illegal, was Sie da treiben. Ihnen ist schon bewusst, dass wir Sie deswegen bei den Eiern kriegen können?
Herr Trödler: Wat denn? Ick schreib doch immer unter Pseudonym (wat glaubt ihr, wie lang ich im Dudel geblättert hab, bis ich rauskriegte, wie man dat Wort schreibt!), da kommt man mir nie auf die Schliche. Und wat soll dat mit meene Eier…? Kapier ick jetzt nich, den Gäg…
Trödlerkram: Aber Ihr «Undercover-Gästebuch» kann doch niemand lesen, wenn es nicht aufgeschaltet ist.
Herr Trödler: Ne, kriejen ja auch nur Auserwählte zu lesen. Denen schick ick den Link, dann können se mitverfoljen, wie ick die Schlampen fertich mach.
Trödlerkram: Ist das nicht ein etwas einsames Vergnügen?
Herr Trödler: Ick bin mer jewöhnt einsam zu sein. Jedes Genie ist einsam. Abba weil die Schlampen keine Mails von mir lesen, meine Nummer an sämtlichen Telefonapparaten sperren, die Post ungeöffnet zurücksenden und sogar meine Brieftaube «à l’Orange mit Pomme Duchesse» jegrillt haben, muss ick mir selber beschäftijen.
Trödlerkram: Sie drohen den Damen da ganz massiv. Ist das die gentlemanlike, feine Art?
Herr Trödler: Ick bin keen Tschäntlemän, ick bin en Prolet. Mit Wollmützchen.
Trödlerkram: Trotzdem. Sie drohen mit rechtlichen Schritten, nennen die Damen beim Namen, verunglimpfen sie, wollen Geld von ihnen… Was sagt Ihnen überhaupt, dass Sie die Ansprechperson in der Novela sind beziehungsweise, dass die Damen die Damen sind, welche?
Herr Trödler: Na hören Se mal! Da hab ick en Exklusivrecht auf dat Attribut «Trödler». Wär ja noch schöner, wenn ick jar nich damit jemeint wäre! Da würd ick mit allen rechtlichen Schritten vehement drauf bestehen! Ick dulde doch da nich en andern Typen bei! Notfalls greif ich zur altbewährten Selbstbeleidigung und oute mich selbst. Ick setz sojar den janzen Namen samt mener Adresse, Telefonnummer und Krajenweite hier rinn, damit de janze Welt weess, dat ick dat bin. Wo kommt man da sonst zu so ne Publicity?!
Trödlerkram: Wie wir von Ihnen erfahren durften, haben Sie auch die Polizei deswegen kontaktiert.
Herr Trödler: Oooch, die grünen Jungs sind ja janz niedlich in ihren Outfits. Sagte ick Ihnen schon, dass ick grüne Kleider mag? Ick hatte da so’n kotzgrünen gerippten Anzug, stand ma echt jut!
Trödlerkram: Sie weichen schon wieder ab…
Herr Trödler: Na jut, lassen wa meinen unfehlbar schlechten Jeschmack. Die grünen Jungs kennen mir ja jut. Ick hatte da vor Jahren mal so ne Jeschichte loofen mit nem jestohlenen Anhänger voll mit Büchern. Also, eijentlich wars n’ beschlagnahmter Anhänger voll mit jestohlenen Büchern. Ne, andersrum: Et war en beschlagnahmter Anhänger voll mit Büchern, die ick mer «wiederbeschafft» habe. Die Jungs behandeln mir wie en alten Kumpel.
Trödlerkram: In Ihrem eigenen Interesse wechseln wir schnell das Thema. Möchten Sie etwas zur Spendenaffaire sagen?
Herr Trödler: Wat heesst hier da und dort Affaire? Ick hab mir seinerzeit dat Spendengejaule beim Stacheldrahtzaunbau unter den Najel reissen wollen. Imitschförderung und so, Se verstehn? Dazu musste ich dat Imitsch von der Schlampe erst ma plätten. Danach noch tüchtich aufn Putz hauen, die janze Schose als meinen Jeistesblitz ausjeben und traraaa! ick war der Hero! Kommt mir jrad so ne dolle Idee: Ick gründe die «Imitschvernichtungs-AG & Co. KG GmbH». Dat kann ick bestens. Notfalls grab ick och alte Leichen aus. Dat wär dann dat dritte Standbein, die «Rent-a-Dead-GmbH». In meinem Archiv hat’s für jede Jelejenheit die passende Leiche. Anruf, jenücht, Bild kommt sofort! Meine Rufnummer ist…
Trödlerkram: Halt! Halt! Wir wollen doch hier keine Schleichwerbung machen. Nachher verklagen Sie uns noch, weil wir Ihre Nummer hier veröffentlicht haben. Machen Sei das ruhig selbst im gesperrten Gästeforum. Aber seien Sie versichert, dass wir Sie bei Ihren Unternehmungen tatkräftig unterstützen werden. Irgendwie sind Sie uns ans Herz gewachsen.
Danke, dass Sie uns in Ihre ganz persönlichen Abgründe blicken liessen – uns ist leicht schwindlig dabei – und uns an Ihren geistigen Höhenflügen teilhaben liessen.
Herr Trödler: Bitte, bitte, war mir en Vergnüjen. Endlich hört mir mal jemand zu da hier. Soll ich Ihnen noch wat über den Banana-Man erzählen?
Trödlerkram: Na, nu ist aber jut, Herr Trödler…
Herr Trödler: Und der Teufelin möchte ick noch sajen, se soll mir die 40'000 Euro auf das Spendenkonto…
Trödlerkram: Halt!! Schluss!!! Aus!!!
Herr Trödler: Ick lass mir hier da nüscht sajen, wat! Ick übernehm hier einfach die Seite, ist sowieso allet kopiert und dokumentiert…
Trödlerkram: Sicherheitsdienst!!!! Hiiiilfeee!!!
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