Ganz schlimme Finger, diese Sendologen. Denn, dem Trödler ein Buch anzudrehen, war ungefähr dieselbe Glanzleistung, wie einem Eskimo einen Kühlschrank aufzuschwatzen. Unser wollbemützter Hero liest nämlich ausser einer Speisekarte nichts (und auch dort sucht er nur Spaghetti Carbonara mit Milchkaffee). Die gedruckte Weisheit ist deshalb an ihn völlig verschwendet. Darum flucht unser Ramschbruder auch tagtäglich aufs Neue, wenn er über die vielen Bücherkisten steigt, die sein Leben beherrschen. Gott, wie er diese Schenthologen hasste! Ein einzelnes Buch. Nur ein einziges. Und zack! – er kam nicht mehr davon los. Getrieben vom Bücherwurmvirus kaufte er den Saintheologen alles ab, was sie ihm fröhlich anboten. Stapelte die Kladden überall. Verwendete sie als Buchstützen im Regal, stellte mit besonders dicken Exemplaren sein Bett höher, warf sie Freunden an den Kopf, benutzte sie als zusätzliches Gewicht im Kofferraum seines brustschwachen Autos, verhökerte sie bei ebay. Und er füllte Läden damit. Unzählige Läden. Die kamen und wieder eingingen.
Der Bücher wurden immer mehr. Er spendete sie grossherzig in den rückständigen Osten, erkundigte sich, ob allenfalls in Somalia, im Irak oder auf den Galapagos Nachfrage herrschte. Unser mittlerweile in Literatur versunkener Ramschpotentat versuchte, die Damenwelt, die ihn Zeitlebens so vehement bedrängte, mit gedrucktem Schrott zu beeindrucken. Doch welche Schmach! Er gelangte immer nur an Schyntiologinnen, die selbst eine gut bestückte Bibliothek ihr eigen nannten. Ach, die ganze Welt war voll von diesen Sektenweibern. Auf Parkbänken sassen sie und lasen, in U-Bahnen und in Strassencafés, beim Frisör und an Haltestellen. Kein Wunder, kaufte niemand seine Bücher; es hatte schon jeder eines. Sändilogen (verflucht, wie schreiben sich diese elenden Menschenfänger bloss?) sei Dank.
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