Nehmen wir beispielsweise unseren bewährten Vorzeige-Trödler: Der hat in regelmässigem Turnus seine Ich-verklage-dich-koste-es-was-es-wolle-Phase. Findet er nichts, dann klagt er gegen dieses Nichts. Oder er wird überaus kreativ (eine Eigenschaft, die ihm nicht wirklich steht). Dann erfindet er sich quasi selbst. Forscht in den Tiefen des Internet nach möglichen und unmöglichen Ähnlichkeiten mit seiner Allerweltsperson. Und dann vertrödelt er Zeit – Tage, Nächte, Wochen – damit, sein kleinbürgerliches Dasein dem aufregenden Leben eines Romanhelden anzupassen. Nein, nicht, um das aufregende Leben eines Romanhelden zu führen! Um diesen Romanhelden zu verklagen! Jawoll. Und die Schlampen gleich mit. Alle Ex-Freundinnen sowieso, den Hund der Nachbarin auch, dessen Flöhe und den Scheissvogel, der ihm das Ladenfenster versaute. Den Ex-Freund der Ex-Freundin und deren Kaninchen (die treibens wie die Karnickel, das kann man nicht so stehen lassen). Den Postmann, weil der immer zweimal klingelt. Die Schaientolotschen, weil die sich so schreiben, dass sie es verdienen. Ebenso die «Plattidüden» und die «Storker». Blondinen, weil die bekanntlich mehr Spass ohne ihn haben. Bananenanpflanzer, weil die Schuld an Grösse und Konsistenz dieser dämlichen Frucht haben. Windoof, weil es Bill Gates gehört. Und sowieso alle Schlampen, die es wagen, sich seiner Streithähnigkeit zu entziehen. Was hat er sich entblödet, sich das Mäntelchen des Sitzengelassenen, des Verschmähten, des schnöde Verlassenen, des unermüdlich Scharrenden, des Daueranrufers und Dauermailers angezogen! Nichts hat’s genützt. Es hat ihn keine verklagt. Niemand will mit ihm spielen. Jetzt marschiert er zur Polizei, legt mal alle Fakten auf den Tisch und erstattet Anzeige wegen Nichtbeachtung seiner demolierten Persönlichkeit, welche er selbstredend zur Selbstanzeige bringt. Und wenn er schon dabei ist, verklagt er im selben Aufwasch noch seinen Anwalt. Und selbstverständlich natürlich auch die Polizei.
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