Regelmässig erreichen unsere Redaktion Reaktionen aus dem Umfeld. Der Grossteil unserer Leser hat mächtig Spass an unserer Web-Novela und würde dies am liebsten mit vielen Lach-Smilies kund tun und verbreitet unsere Story mit dem grössten Vergnügen weiter. Natürlich gibt es auch solche, die meinen, wir würden übertreiben; so ein Exemplar sei auf der freien Wildbahn schlichtweg nicht wirklich zu finden. (Glauben Sie uns, lieber Leser, unsere Inspiration kommt tatsächlich von einem halblebendigen Deppen, wobei diese Spezies Ramschheini mit Sicherheit ein Allerweltsübel und somit eigentlich überall anzutreffen ist.)
Hin und wieder erreicht uns auch ein Brief, wie zum Beispiel der, den wir unlängst auf unserem Schreibtisch hatten. In billigem grauem Couvert (kurioserweise mit Bleistift (!) beschriftet) steckte ein liniertes Blatt Papier, Grösse A5, einmal gefaltet, die linke obere Ecke eingerissen. In unübersehbar krackelig ärgerlicher Schrift steht da: «Sie finden wohl, dass sei Literatur, was Sie da von sich geben. Es ist aber nur peinlich, weil Sie mir gar nicht kennen. Ihre Wortwahl ist ebenfalls unter aller Sau und eigentlich ist eh alles Scheisse, was Sie hier so verkotzen. Sie haben soviel Ahnung vom wirklichen Leben eines Trödlers, wie ick von Frauen. Echte Recherche könnte man doch wohl verlangen und nicht diesen hirnlosen Schrott. Hochachtungsvoll, M.T. aus E.»
Hmm… Sehr geehrter Herr M.T. aus E, ich muss schon sagen, Ihre auserwählte Schreibe beeindruckt mich tief. Trödler – das wissen wir bereits bestens – zeichnen sich nicht durch ausgesuchte Höflichkeit aus. Insofern möchten wir von der Redaktion Sie gar nicht näher kennen lernen. Und wenn doch, dann höchstens, um Ihnen den Bleistift, den Sie für die Couvertbeschriftung benutzten, – mit Verlaub –, sonst wohin zu stecken. Denn wo’s sackgrob daher kommt, soll’s sackgrob erwidert werden. Wobei mir spontan bei «sackgrob» die Assoziation von dem netten spanischen Ausdruck «cojones» kommt, die Sie bestimmt nicht haben. Also, lieber Herr Mickey Tick-Tack-Trick aus Entenhausen, wir von der Web-Novela-Redaktion würden ja nur allzu gerne in Ihrem rüden Stil schwungvoll mit Ihnen korrespondieren (Hach, täte das wohl, sich verbal mit Ihnen zu zoffen!). Doch leider würde unsere Chefredaktorin uns was pfeifen, beziehungsweise uns gehörig in den Allerwertesten treten, da dies keinesfalls unserem Niveau (bei Ihnen heisst dies Nivea) entspräche. Und das, lieber Herr Trödler, sind Sie uns denn doch nicht wert. Darum beschränken wir uns auf verbale Kastration an dieser Stelle. Hochtrabende Literatur hin oder her, sogar der alte Goethe hatte bei aller Weltliteratur seinen trivialen Spass am Banalen. In diesem Sinne schätzen wir Sie als Banalität über alles. Gäbe es Sie nicht, müssten wir Sie hier erfinden. Hochachtungsvoll, Redaktion Trödlerkram.
Mittwoch, 3. Oktober 2007
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