Unser liebster Ramschheini hat seinen ultimativen Erzfeind gefunden: Goggel. Verzeihung: Google. Da schnüffelt er seit Jahren sämtlichen Mädels – ja, genau, den «alles Schlampen!» –, die seine Wege (meist unbeabsichtigt) kreuzen, mit Inbrunst hinterher. Verfolgt sie bis in den hintersten Winkel des Internets. Scheut nicht davor zurück, die Vita der «alles Schlampen da hier!» kreativ zu verfälschen. Diese verficht er dann lauthals im www als Wahrheit, weil doch Google immer Recht hat…
Hm… nun kratzt sich unser Schäbigkeitsverwerter irritiert seinen spärlich borstigen Haarkranz: «Wenn Guujel immer Recht hat, dann stimmt ja auch dat alles, wat ick über mir da so lese…» So manch ihm bis dato unbekannte Eigenart findet er da über sich. Trödelchen, der so sagenhaft umwerfend auf die Weiber wirkt, muss da lesen, dass ihn keine auch nur mit der Zange anfassen würde. «Die Schlampen verklag ick subito wegen mir nichts, dir nichts.» Seine – sagen wir einmal eigenwillige – Verwertung von Früchten bei Früchtchen lässt ihm seinen alltäglichen Obstsalat sauer aufstossen. «Ick verklage den Dingsbums Warhol, weil er meine Banane da hier zu Kunst machte!» Aha. Und da verfolgt er vehement und mit Inbrunst diese resistenten blonden Schlampen, weil sie sich nicht von ihm verfolgen lassen wollen. Und jetzt? Jetzt verfolgt er sich, steht da, selbst, weil er seinen Hialluzina… Hallizuli… Hillizona… Hallziguzi… Hally-Gally… ach, Holsderteifi!… weil er sich selbst nicht mehr übers Wollmützchen traut.
Schlagartig wird unserem Trash-Spezi klar: Gluggl, Verzeihung: Google ist unterwandert von den Schintolotschisten! Wer sonst könnte derart tief in seine kleine Krämerseele blicken? Oder blickt er da gar selbst durch? Getreu seiner Passion wühlt er tief in den Kehrichtsäcken von Gogels, Verzeihung: Google und fördert aus den Cache-Untiefen längst Geschreddertes, Gespültes und Kremiertes hervor, recycelt es liebevoll und stellt es neu ein. Ein Müllverwerter durch und durch eben.
Diesen Google-Schiittolotschen wird er es schon zeigen! Ha! Mit ihrem eigenen Cache-Müll wird er sie an den Eiern kriegen. Nichts bleibt seinen listigen Schweinsäuglein verborgen. Er wird bis aufs letzte Fitzelchen alle Leichen (auch seine eigene) wieder aus dem riesigen Internet-Kompostberg ausbuddeln und dann verklagt er sie alle: Die Schlampen, die Medien, die Esoteriker, die Bananenpflanzer, Shakespeare, die Plattidüden, die Polizei sowieso, alle Trödler, sich selbst, seine Telefonnummer, seine Adresse und seine Rechnungen. «Alles Säntisolotschen da hier. Aba ick lass mir nich für blöd verkofen, wa? Verkofen darf nur icke, weil ick en Jewerbe habe. Jetzt kriegen se die Rechnung! Diese Saintolatschen stecken alle unter einem Hut.» Sagt’s und zieht sich sein listiges Mützchen über die Öhrchen.
Dienstag, 2. September 2008
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